Generationswechsel bei AMD-Grafikkarten bahnt sich an

Grafikspezialist AMD bringt eine komplett neue Serie professioneller Grafikkarten auf den Markt. Die Modelle der Radeon Pro WX-Serie, bereits im Sommer auf der Siggraph-Konferenz vorgestellt, richten sich besonders an die Nutzer in den Kreativbranchen. Sie sollen die Content-Erstellung beschleunigen und vereinfachen. Langfristig soll damit die bestehende Firepro-Serie ersetzt werden.

Dabei richtet sich die neue Serie Radeon Pro nicht nur an CAD-Konstrukteure, sondern auch an Entwickler im Spiele- und Entertainment-Bereich. Auch will AMD damit verstärkt den wachsenden Virtual-Reality-Markt adressieren. Die ersten Karten der neuen Generation gehören der Radeon-Pro-WX-Serie an und sollen Herstellern von Inhalten neue Möglichkeiten eröffnen, schneller und effektiver zu hochwertigen Ergebnissen zu kommen. Damit reagiert der Anbieter AMD auf einige aktuellen Entwicklungen: Dazu gehören die zunehmende Nutzung von Echtzeit-Game Engines in professionellen Umgebungen, das Aufkommen virtueller Realität, die Popularität neuer Overhead-APIs (wie DirectX 12 und Vulkan) und der Aufstieg von Open-Source-Tools und -Anwendungen.

Jede der Radeon-Pro-WX-Grafikkarten kommt mit VIP Customer Support rund um die Uhr und einer 3-jährigen Garantie, die auf Wunsch auf 7 Jahre verlängert werden kann. „Unsere professionellen Workstation-Grafikkarten, die Radeon Pro WX Series, wurden entwickelt, um die nächste Generation außergewöhnlicher Inhalte zu ermöglichen. Dafür wurden neue, wegweisende Entwicklungen in diesem Bereich kombiniert, damit Anwender das Unmögliche möglich machen können“, so Oci Brkic, General Manager Professional Graphics der Radeon Technologies Group bei AMD.

Die ersten Vertreter

•              Radeon Pro WX 4100 – eine Low-Profile Workstation-Grafikkarte. Sie ist ab dem 10. November für 399 US-Dollar erhältlich und liefert CAD-Anwendern hinreichend Leistung mit einem schlanken Formfaktor.  Sie verfügt über 4-GByte-GDDR5-Speicher und 16 Recheneinheiten (1.024 Stream-Prozessoren). Anwender können vier 4K-Bildschirme oder einen einzelnen 5K-Bildschirm mit 60 Hz betreiben.  Die Rechenleistung gibt der Hersteller mit 2 TFLOPS an.

•              Radeon Pro WX 5100. Die Grafikkarte richtet sich vor allem an Spiele-Entwickler. Sie ist ab dem 18. November für 499 US-Dollar erhältlich und liefert eine Leistung von 3,9 TFLOPS bei einer moderaten Leistungsaufnahme von 75 Watt. Mit 8 GByte GDDR5-Speicher und 28 Recheneinheiten (1.792 Stream-Prozessoren) ist sie auch für anspruchsvollere Aufgaben gerüstet.

•              Radeon Pro WX 7100 – eine Single-Slot Workstation-GPU, die sich für VR-Anwendungen empfiehlt. Sie ist ab dem 10. November für 799 US-Dollar erhältlich und bietet 8 GByte GDDR5. Sie liefert 5,7 TFLOPS aus 36 Recheneinheiten (2.304 Stream-Prozessoren) und leistet nach Angabe des Herstellers bis 45 Prozent mehr als vergleichbare Karten ihrer Klasse.

Architektur und Treiber

In technischer Hinsicht basiert das neue Line-up auf GPUs der bestehenden Polaris-Architektur, also der vierten Generation der Graphics Core Next-Technologie. Die neuen Modelle entstehen im 14-nm-FinFET-Fertigungsprozess. Mit den Karten lassen sich 5K-HDR-Diplays via DisplayPort 1.4.2 betreiben, mit HEVC-Encoding und Decoding und TrueAudio Next für VR. Außerdem hat der Hersteller einen Schwerpunkt auf Energieeeffizienz gelegt, was sich an den recht niedrigen Zahlen für den Energieverbrauch ablesen lässt.

Um die optimale Leistung abzurufen, hat AMD kürzlich die Radeon Pro Software Enterprise-Treiber eingeführt, die jeweils am vierten Donnerstag jedes Kalenderquartals ein regelmäßiges Update erfahren. Die Treiber sind mit zahlreichen Workstation-Anwendungen zertifiziert. Außerdem widmet sich AMD der Förderung von Open Source-Lösungen für Content-Ersteller. So ist geplant, die physikbasierte Render-Engine Radeon ProRender als Open Source bereitzustellen. Kürzlich wurde zudem bekannt gegeben, dass eine zukünftige Version von Cinema 4D für die 3D-Modellierung und Animation Radeon ProRender unterstützen wird. Radeon ProRender-Plug-ins sind heute schon für einige 3D-Softwarelösungen wie Autodesk 3ds Max und Maya erhältlich und als Beta für SolidWorks und Rhino. ANM

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