Neue Funktionen und Tools vereinfachen die CAM-Programmierung

Im Juli hat der Distributor InterCAM-Deutschland die deutsche Version von Mastercam finalisiert. Besonderes Highlight
ist die integrierte PrimeTurning-Software vom Kooperationspartner Sandvik. von Marc Böger

Laut CIMdata ist Mastercam weltweit über 200.000-mal installiert und damit im Markt der PC-basierten CAM-Lösungen das meisteingesetzte System. Der Entwickler CNC-Software hat in der neuen Version 2018 der Software viele Wünsche und Anregungen der Anwender berücksichtigt.

Sandvik-Tool integriert

CNC-Software hat in Mastercam 2018 beispielsweise die „PrimeTurning-Software“ vom Werkzeughersteller Sandvik integriert, die Werkzeugdaten mit den Mastercam-Bearbeitungsstrategien kombiniert, was eine erheblich gesteigerte Produktivität und gesenkte Produktionskosten verspricht.

Das PrimeTurning-Tool ermöglicht im Vergleich zum konventionellen Drehen eine Bearbeitung in allen Richtungen. Diese Technologie ermöglicht höchste Zerspanungsraten bei doppelter Standzeit der Wendeschneidplatten. Während des Spanbrechens beim Drehen hat der Anwender damit die volle Kontrolle über die Späne. Dazu kann der er eine Schnittlänge oder Bearbeitungszeit definieren, um die Späne durch eine Abhebebewegung zu brechen. Dies schont das Werkzeug und verhindert ein Verwickeln des Spans mit Werkstück, Futter oder dem Werkzeug.

Mehr Kontrolle bei der Drehbearbeitung

Zudem ermöglicht die neue Version die Definition von einem nicht-schneidenden Bereich einer runden Schneidplatte. Dadurch hat der Anwender nun die komplette Kontrolle der dynamischen Drehbearbeitung. Denn die Software berechnet unter Berücksichtigung dieses Bereichs effektive und dynamische Werkzeugbahnen. Das verhindert eine Aufwärts­bearbeitung, sichert den Prozess und schont das Werkzeug.

Neuerungen beim Fräsdrehen

Im Bereich des Fräsdrehens wurden neue Bearbeitungsoptionen geschaffen. Hierdurch wird die Fertigung verschiedener Bauteile auf Haupt- und Gegenspindel beziehungsweise gleicher Bauteile, auf den Maschinen effektiver durchgeführt. Ab der Version 2018 werden nun auch „Multitoolhalter“ in der B-Achse unterstützt.

Multiaxiale Bearbeitung

Auch im Bereich der multiaxialen Bearbeitung gibt Innovationen. Die Projektionsfunktion überträgt einen 2D-/3D-Werkzeugweg auf eine Fläche und konvertiert ihn automatisch in Werkzeugvektoren und Fünfachsbewegungen. Diese Funktion kann nicht nur die Programmierung von Fünfachswerkzeugwegen vereinfachen, sie eröffnet auch alternative Strategien. Dabei werden 2D-/3D-Werkzeugwege einschließlich dynamischer Bewegungen verwendet.

Auch bei der optimierten Querstellungsberechnung gibt es Änderungen zu vermelden. In früheren Versionen konnte man beim Erzeugen eines Blend- oder Parallel-Werkzeugwegs in Situationen kommen, in denen der Werkzeugweg keinen einheitlichen Bahnabstand hatte. Der Basisalgorithmus, der Werkzeugwege anhand von Konturen, wie beispielsweise „Parallel“ und „Blenden“, steuert, wurde komplett umgeschrieben. Diese neue Implementierung erzeugt nun gleichmäßige Schnitte und dadurch eine bessere Oberfläche.

Die neue Funktion „Glätten“ bietet in der 3D-HSC-Hybridbearbeitung die Möglichkeit scharfe Richtungswechsel zu vermeiden und diese abzurunden. Die Maschine läuft gleichmäßiger und die Oberflächengüte wird erheblich verbessert.

Kreissegmentfräser

Mastercam unterstützt nun auch die effiziente Bearbeitung mit Kreissegmentfräsern. Das ist eine neue Form von Fräsern. Das Besondere sind die großen Radien im schneidenden Bereich, die völlig neue Möglichkeiten eröffnen. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Die Programmierung ist dabei einfach.

Kreissegmentfräser besitzen im Vergleich zu Kugelfräsern eine deutlich größere effektive Kontaktfläche zum Bauteil. Durch die großen Radien wird ein höherer Bahnabstand in der Schlichtbearbeitung möglich. Dies führt dazu, dass in einer erheblich kürzeren Zykluszeit eine deutlich höhere Oberflächenqualität erzielt wird.

Bearbeitung von Hinterschnitten

Als weiteres Tool wurde die Bearbeitung von Hinterschnitten erneuert, so dass der Anwender hier auf eine Vielzahl verschiedener Optionen zurückgreifen kann. Die Bearbeitung kann nun zum Beispiel in negative oder positiver Z-Richtung (Z- oder Z+) erfolgen und das unter Berücksichtigung der Zustellung und der programmierten Aufmaße.

Zusätzlich konnte eine Verbesserung des Workflows für HSC-Werkzeugwege geschaffen werden. Der Benutzer kann nun die verschiedenen Bearbeitungsgruppen definieren und den Gruppen unterschiedliche Aufmaße zuweisen. Dies minimiert den Programmieraufwand, reduziert das Restmaterial und hilft dabei Bauteile effektiv zu fertigen.

Möglich ist jetzt auch das Überschreiben von Bogenvorschüben. Hierdurch erlangt der Nutzer eine Optimierung der Schnittbedingungen an der Schneide bei innen- oder außenliegenden Radien. Diese Funktion ist enthalten in den Fräsarten: „2D-Kontur“, „Nutenfräsen“ und „Z-Konstant“.

Durch die neu integrierte Verbindungsassoziativität hat der Anwender die Möglichkeit Tiefen hin zu Rückzügen anhand eines Features zu bestimmen. Dies hat den Vorteil, dass bei Änderungen am Werkstück die Werkzeugwege durch einfache Regenerierung angepasst werden. Dies geschieht ohne Programmieraufwand.jbi |

Autor Marc Böger arbeitet im Projektmanagement bei der InterCAM-Deutschland GmbH in Bad Lippspringe.

0
RSS Feed

Hat Ihnen der Artikel gefallen?
Abonnieren Sie doch unseren Newsletter und verpassen Sie keinen Artikel mehr.

Mit einem * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder!

Neuen Kommentar schreiben

Entdecken Sie die Printmagazine des WIN-Verlags